Chinas Seidenstraße – Geoplanerin Marina Elsholz auf den Spuren Marco Polos

Verfasst von Marina Elsholz am 14.07.2016

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Blog - Seidenstrasse Marina
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Ich war schon so oft in China und noch nie auf der chinesischen Seidenstraße – es wurde endlich Zeit! Seit einigen Jahren gibt es auch hier Autobahnen und Hochgeschwindigkeitszüge, damit ist die Reise viel einfacher geworden.

Ich habe die Fahrt durch Steppe und Hochebenen zwischen endlosen Bergketten, Wüste und Oasen in Lanzhou am Gelben Fluss begonnen. Früher eine wichtige Station auf der alten Seidenstraße, ist die moderne Großstadt heute Hauptstadt der Provinz Gansu.
Besonders schön ist eine abendliche Flussfahrt. Wie überall in China ist alles bunt illuminiert, die alten Wasserräder am Ufer, moderne Gebäude, alte Tempel und die Brücken leuchten in allen Farben, auch die Eiserne Brücke, ein Geschenk von Kaiser Wilhelm II. an den chinesischen Kaiser und Wahrzeichen der Stadt.

Mit dem Hochgeschwindigkeitszug ging es nordwestlich nach Zhangye.
Ein „Muss“ ist hier der Besuch im Zhangye Danxia National Geopark, eine faszinierende Hügellandschaft mit außergewöhnlichen Formationen. Mineralhaltige Gesteinsschichten in rot, gelb, weiß, grün marmorieren die Hänge, besonders im warmen Nachmittagslicht ein fantastischer Anblick! Sehenswert ist auch der große Buddha-Tempel Dafo Si in der Innenstadt, in dem sich die größte aus Holz geschnitzte liegende Buddha-Statue Chinas befindet.

Die nächste Station Richtung Westen, Jiayuguan, war in gut zwei Stunden auf der Autobahn erreicht. Hier befindet sich das westliche Ende der großen Mauer und der letzte Außenposten vor der Wüste. An diesem wichtigen Pass zwischen schneebedeckten Gipfeln im Norden und den Schwarzen Bergen im Süden wurde während der Ming-Dynastie im Jahr 1372 das Fort Jiayuguan errichtet.
In der Nähe der gewaltigen und gut erhaltenen Festung kann man auf der „Hängenden Mauer“ entlanglaufen, ein restauriertes Teilstück der Chinesischen Mauer, das sich spektakulär den Berg hinaufwindet.

Und nun ging es in die Wüste! Die Kamelkarawanen haben seinerzeit drei Wochen gebraucht; auf der Autobahn, mit Pausen in klimatisierten Raststätten, stört auch ein Sandsturm nicht.
In fünf Stunden war ich in Dunhuang, dem Ort, an dem die nördlichen und südlichen Routen der Seidenstraße zusammentreffen. Seit der antiken Zeit war hier eine Schlüsselposition entlang dieser Handelsroute. Heute bietet die Oase zwei der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten an der Seidenstraße. Ein Besuch der Dünenlandschaft der klingenden Sandberge am Mondsichelsee sollte, aufgrund der Hitze, möglichst erst am Nachmittag stattfinden. An dieser wichtigen Wasserquelle bieten einige Bäume und ein kleiner ehemaliger Tempel willkommenen Schatten. Auf eine der bis zu 300 m hohen Sanddünen kann man auch hinaufsteigen, von oben bietet sich eine traumhafte Sicht auf die Landschaft und den kleinen sichelförmigen See. Wenn die Sonne gegen Abend tiefer steht, zeigen sich die Dünen durch die Licht- und Schattenspiele in ganz besonderer Pracht. Das lädt wahrlich zum Träumen ein.

Zum guten Schluss besuchte ich noch das „Wunder am Rande der Wüste Gobi“, die berühmten Mogao-Grotten. Sie gehören zu den buddhistischen Kostbarkeiten Chinas und stellen ein einzigartiges Beispiel für die buddhistische Plastik und Malerei zwischen dem 4.-11. Jahrhundert dar. In heute noch 492 Höhlen befinden sich durch das trockene Klima wirklich gut erhaltene Wandmalereien und 2.450 farbige Statuen, die sich auf über eine Fläche von 45.000 m² erstrecken – einfach überwältigend.

Damit war diese Kurz-Etappe entlang der alten Seidenstraße leider schon zu Ende, ein kleiner Blick in alte Zeiten – mit modernem Reisekomfort!

 

Hier geht's zum Foto-Album von Marina

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