Eine unvergessliche Reise an Bord der RV Pandaw

Verfasst von Lenka Müller am 03.12.2015

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Blog Lenka RV Mekong Pandaw
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Wir liegen auf gepflegten gepolsterten Liegestühlen auf einem riesigen überdachten Deck eines imposanten Schiffes namens Pandaw und gleiten fast lautlos auf dem Mekong in Richtung südchinesischem Meer. Ein eisgekühltes Getränk schlürfend, genießen wir die Einblicke in den Alltag der Einheimischen, die uns der mal schmal dahinfließende dann wieder zum breiten Strom mäandernde Mekong bietet. Badende Kinder, die uns fröhlich zuwinken, geschäftige Ortschaften in denen jeder seinen Tätigkeiten nachgeht und riesige Reisfelder gleiten wie in einem Film an uns vorüber.
 
Nach einer Rundreise sind wir in Phnom Penh zugestiegen, der Stadt die einst unter dem Wüten der Roten Khmer so zu leiden hatte. Einst menschenleer hat sie wieder zu der Geschäftigkeit einer asiatischen Metropole mit bunten Märkten, hektischem Verkehr und unzähligen Restaurants und Bars zurückgefunden. Nicht zu vergessen der Palast, der in seinen Ausmaßen so groß ist, wie man es für ein so kleines Land nicht erwartet hätte. Nur noch einige Narben erinnern an die fürchterliche Raserei der Roten Khmer, die einem Drittel der Bevölkerung das Leben gekostet hat. Der Besuch des Tuol Sleng Gefängnisses mit tausenden Fotos unschuldiger Opfer steckt uns noch in den Knochen. Die Killing Fields wollten wir uns danach nicht mehr anschauen.
Dennoch sind die Khmer ein fröhliches und junges Volk. Das Lächeln ist echt und die Hilfsbereitschaft groß, vor allem hier an Bord, wo einem jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird.
 
Der Gong ertönt und wir begeben uns in einen festlich gedeckten Speisesaal, in dem uns ein mehrgängiges Mittagsmahl erwartet. Es gibt keine feste Sitzordnung und so kommt man sehr schnell mit allen Mitreisenden in Kontakt. Sie kommen aus England, Schweden, Schottland, USA, Australien und der Schweiz und haben alle keine Berührungsängste, so dass sich rasch sehr interessante Gespräche entwickeln. Abends dann eine Tanz- und Musikvorführung einheimischer Künstler.
 
Nun passieren wir die Grenze zu Vietnam und ein vietnamesischer Guide kommt an Bord. Mit ihm erkunden wir am nächsten Tag die Provinzstadt Chau Doc, eine schwimmende Fischfarm sowie ein muslimisches Fischerdorf. Sehr interessant. Wieder zurück genießen wir die Köstlichkeiten an Bord und ziehen den geruhsamen Nachmittag auf dem Sonnendeck einem alternativ angebotenen Vortrag über die Geschichte Vietnams vor. Zur allabendlichen Cocktail Hour trifft man sich vor der „Sundeck Bar“. Man fühlt sich inzwischen schon wie eine große Familie. In Vorbereitung auf den nächsten Tag läuft am Abend im Bordkino der Film „Der Liebhaber“, da wir in Sadec das Haus der Filmfigur besuchen werden.
 
Versorgt mit Einkaufstipps unserer Crew, versuchen wir am nächsten Morgen unser Glück auf dem Markt, was sich zu einem lustigen Geschehen entwickelt.
Nach dem Besuch einer Pop Rice und Reispapiermanufaktur am Nachmittag, heißt es für uns leider schon Abschied zu nehmen von dem wunderschönen Schiff und den uns ans Herz gewachsenen Mitreisenden und Crewmitgliedern.
 
Eine unvergessliche Reise geht zu Ende.

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  1. Gravatar for sabine
    sabine
    sehr schöner Reisebericht! und noch schönere Fotos!

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