Einmal im Leben nach Angkor Wat? Geoplanerin Julia in Kambodscha und Laos

Verfasst von Julia Burchard am 13.10.2016

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Seit ich die Bilder der imposanten Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha zum ersten Mal gesehen hatte, wusste ich: Ich muss unbedingt dort hin! Nun war endlich der Zeitpunkt gekommen. Ein weiteres Wunschziel auf meiner Bucketlist war Laos, was sich nun wunderbar als Kombination mit Kambodscha anbot. Fertig war der Reiseplan! Bewusst hatte ich mir als Reisezeit den Sommer ausgesucht, also die Regenzeit, da dann die Vegetation in voller Blüte steht und weniger Touristen unterwegs sind als in den Wintermonaten.

 

Aufgrund der guten Erreichbarkeit begann ich meine Reise in Bangkok – eine Stadt, die bei jedem Besuch wieder etwas Neues bietet. Über Land ging es von dort nach Kambodscha und direkt nach Siem Reap, eine Stadt, die eigentlich nur aus Hotels und Restaurants besteht. Meiner Meinung nach nicht besonders sehenswert, aber eben das Basislager für die Besichtigung der Ruinen von Angkor. Am Abend besuchten wir die New Hope Foundation, eine Stiftung, die sich um die Ausbildung und Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung kümmert. Dort aßen wir im Ausbildungsrestaurant zu Abend und ich habe mich endlich dazu durchgerungen eine frittierte Grille zu probieren. Geschmacklich gar nicht so übel, aber die kleinen Beinchen….

 

Am nächsten Morgen ging es schon im Morgengrauen zu den Ruinen von Angkor Wat. Der Sonnenaufgang war unvergesslich: der Himmel in allen Schattierungen von Blau, die Spiegelung der Tempel im Wasser, die strahlende Sonne. Beinahe magisch. Auch in der Regenzeit ist man zu diesem Spektakel natürlich nicht allein, aber die Menschenmassen verliefen sich dann recht schnell. Wir verbrachten den gesamten Tag mit der Besichtigung der verschiedenen Tempel. Auf Angkor Wat folgte Tha Prohm (bekannt aus dem Videospiel/Film Tomb Raider) und der vielgesichtige Bayon Tempel. Besonders eindrucksvoll ist der Tempel Ta Prohm, denn er wurde so belassen, wie er aufgefunden wurde – inkl. riesiger Würgefeigen, die sich wie Schlagen um die Gemäuer schlingen.

 

Nach diesem Tag dachte ich, dass die Reise kaum noch besser werden könnte. Doch glücklicherweise hatte ich noch den Großteil der Reise vor mir.
Die nächste Station war die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Trotz der schönen Lage am Mekong hat mich die Stadt nicht sonderlich beeindruckt. Alles wirkt irgendwie neu und nachgebaut. Ein Must-Do in Phnom Penh ist der Besuch des S-21-Foltergefängnisses und der Killing Fields. Die Geschichte der Gräueltaten der Roten Khmer liegt wie ein Schatten über dem Land und kann niemanden unberührt lassen. Wir wurden von einem ehemaligen Insassen durch das Gefängnis und zu den Massengräbern geführt, was das Ganze sehr greifbar und unmittelbar berührend machte.

 

Anschließend fuhren wir weiter nach Kratie, wo wir eine Bootstour unternahmen um Delfine zu beobachten. Über Land ging es weiter Richtung Norden und über die Grenze nach Laos. Das so genannte „Land der 4.000 Inseln“ präsentierte sich als sehr ursprünglich, wenig touristisch und landschaftlich wunderschön. Der Mekong war jetzt in der Regenzeit sehr breit und hatte die Farbe von Milchkaffee, an den Ufern wucherte tropisch-grüne Vegetation. Auf der Insel Don Kong unternahmen wir eine schöne Radtour, sahen wie Reiswhiskey gebrannt wird und wie man Palmzucker gewinnt.
Am nächsten Tag besuchten wir die Tempelruinen von Wat Phu. Mit der wunderschönen Lage am Berg über dem Mekong und relativ wenigen Touristen hat mir dieser Tempel sehr gut gefallen. Die Nacht verbrachten wir in einem Homestay auf der Insel Don Deng. Im dortigen Dorf wurden wir herzlich aufgenommen und vorzüglich verpflegt. Geschlafen wurde im Hauptraum der auf Stelzen gebauten Häuser; das Badezimmer war außerhalb. Alles sehr einfach, aber sauber und einladend. Trotz oder gerade wegen der einfachen Verhältnisse würde ich jedem einem Homestay empfehlen – nirgendwo sonst kommt man mit den Einheimischen so einfach und nah in Kontakt.

 

Ein kurzer Flug brachte uns nach Luang Prabang, einer unglaublich charmanten Stadt auf einer Halbinsel zwischen den Flüssen Mekong und Nam Ou. Hier schienen die Uhren langsamer zu gehen und die Eleganz der französischen Kolonialzeit ist in den kleinen Gassen noch präsent. Luang Prabang ist perfekt für eine entspannte Radtour, einen Kaffee am Flussufer oder für eine erholsame Massage im Lao-Stil. Wir besichtigten auch die Kuang Si-Wasserfälle, die allerdings in der Regenzeit so viel Wasser führen, dass man in den zahlreichen Becken nicht baden kann. Stattdessen erwartete uns ein tosender, hellbrauner Wasserfall – auch beeindruckend.

 

Die Weiterfahrt führte uns durch eine wunderschöne Bergregion mit tollen Ausblicken nach Vang Vieng, das inmitten einer idyllischen Karstlandschaft liegt. Vang Vieng ist bekannt für die zahlreichen Abenteuersport-Möglichkeiten auf dem Nam Song-Fluss und in den umliegenden Bergen. So entschieden wir uns für eine Kayaktour mit Höhlen-Tubing, was riesig Spaß machte.

 

Unsere letzte Station in Laos war die Hauptstadt Vientiane. Ich hatte keine Lust mehr auf Tempel und so besuchte ich das Nationalmuseum. Nicht besonders empfehlenswert – dort wurde seit den 70ern nicht mehr renoviert.

 

Per Nachtzug fuhr ich schließlich zurück nach Bangkok. Ich kann in den thailändischen Nachtzügen ganz gut schlafen und würde diese Züge immer wieder einplanen. Man kommt aus Vientiane gegen 7 Uhr morgens in Bangkok an, was natürlich sehr früh ist, wenn man irgendwo einchecken will. Ich hatte vor meinem Rückflug noch eine Nacht in Bangkok gebucht und nutzte die Zeit für eine Radtour durch die kleinen Nebenstraßen der Metropole. Erstaunlicherweise war das absolut stressfrei und auch sehr interessant. Nach der letzten Massage, dem letzten köstlichen Thai-Abendessen und einigen Stunden Shopping hieß es dann für mich Abschied nehmen von Asien. Bis zum nächsten Mal!

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