Nepal - ein Blick nach vorne voller Hoffnung

Verfasst von Akira Proske am 04.05.2016

icon
Blog Nepal
Blog Nepal
Blog Nepal
Blog Nepal

Am 25.04.2015 bebte die Erde. 56 Sekunden lang. Die Richterskala zeigte 7,8. Unser Guide Indra war damals zu Hause, war auf dem Balkon und konnte mit Mühe sich am Geländer festhalten. Er und seine Familie hatten es nach diesen 56 Sekunden überstanden. Sein nächster Blick galt aber seinem geliebten Patan, das er aus dem Fenster sehen kann. UNESCO-Welterbe, über Tausend Jahre alte Tempel. Er sah eine riesige Wolke aus Staub und ahnte, dass nichts mehr so war, wie es einmal war.

Am 25.04.2016 herrscht in Patan wieder geschäftiges Treiben. Für unsere Gruppe von Journalisten, die sich ein Jahr nach diesem einschneidenden Ereignis auf den Weg nach Nepal gemacht haben, öffnen sich die Tore hinter die Kulissen des Patan Museums. Hier werkeln unentwegt die Experten der UNESCO und die vielen Helfer am Wiederaufbau der kostbaren Kunstobjekte. Alle Helfer sind dabei voller Stolz und Optimismus, dass Patan bald wieder in seiner vollen Pracht erstrahlen wird. Überhaupt hat es Patan relativ gut überstanden. Der Besucher ist beeindruckt wie eh und jeh von der Schönheit der historischen Baukunst. Nur der Kenner bemerkt die kleinen Lücken.

Ähnliches gilt für Bhaktapur, auch wenn hier die Narben stärker zu sehen sind. Der zentrale Platz von Bhaktapur mit seinen tollen Tempeln ist aber völlig intakt und war gänzlich unzerstört. Die  Souvernirhändler Bhaktapurs machen sowieso weiter. Im Interview mit uns gestehen Sie uns, dass Sie
auch gar keine andere Wahl hätten. Sie müssen die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren und wüssten auch nicht, was sie sonst machen sollten.

Unser Guide Indra sagte uns, dass er normalerweise in der Saison für 6 Monate lang ununterbrochen ausgebucht sei. Gearbeitet hat er seit dem Erdbeben genau 2 Tage. Die Touristen seien gänzlich ausgeblieben. Auch wenn die Politiker an diesem Tag in ganz Nepal Reden über Reden schwingen, die Hoffnung, das zeigen uns alle Aussagen dieser Tage, das sind wir, die Journalisten und Reiseveranstalter aus Deutschland. Tatsächlich ist die gesamte touristische Infrastruktur, seien es Hotels, seien es Straßen und Sehenswürdigkeiten und Trekkingrouten, in gutem Zustand. Das einzige, was dem Land fehlt, sind seine Besucher.

Ein Abstecher bringt uns nach Westen, nach Pokhara. Pokhara ist der Ausgangspunkt für die Annapurna-Trekkingroute und bietet einen wunderbaren Blick auf den Himalaya. Pokhara hat von dem Erdbeben nur den Besucherrückgang abbekommen. Diese Folgen treffen die Menschen aber dafür bis  ins Mark. Ein Souvernirhändler berichtet mir, dass sein Umsatz um fünf Sechstel eingebrochen ist.

 

Die Menschen werden wieder kommen, so sind alle überzeugt; sie machen hier weiter und strahlen Hoffnung und Optimismus aus. Ja, wir kommen auch wieder, in dieses so wunderbare Land!

Verfassen Sie einen Kommentar

Noch keine Kommentare auf diese Seite.

Newsletterbestellung