Auf Inforeise durch die chinesische Provinz Yunnan

Verfasst von Alexander Klapschus am 20.12.2013

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Chongsheng-Tempel, Dali
Drei Pagoden, Dali
Shangri-La
Steinwald, Kunming

Während im herbstlichen Deutschland die Temperaturen nach unten kletterten, begab ich mich auf eine einwöchige Inforeise in den Südwesten Chinas. Kaum angekommen war schnell klar, warum sich Yunnan auch die „Frühlingsprovinz“ nennt: ein ganzjährig angenehmes Klima hieß mich willkommen.

 

Ausgangspunkt meiner Reise stellte Yunnans Hauptstadt Kunming dar. Von hier aus unternahm ich einen ersten Ausflug zu einem der berühmtesten Landschaftsparks Chinas, dem mystischen Steinwald. Ein parkeigener Chauffeur holte mich im Elektroauto (!) vom Haupteingang ab und fuhr mich mitten hinein in das einzigartige Karstgebiet. Dank der bequem angelegten Wege konnte ich die Felsformationen aus nächster Nähe und ohne große Anstrengungen erkunden. Einen besonders prachtvollen Ausblick erhielt ich von der kleinen Pagode im Zentrum des Parks.

 

Von Kunming führte mich meine Reise auf luftige 3.000 Meter Höhe ins sagenumwobene Shangri-La. Schon der Anflug auf die tibetische Stadt stellte ein einmaliges Erlebnis dar. In geradezu gespenstischer Nähe überquerte das Flugzeug die eindrucksvollen Gebirgskämme. Malerische Graslandschaften, märchenhafte Schneeberge und eine für China doch so untypisch klare Luft: Ich fühlte mich wie in einer anderen Welt bei meinen ersten Schritten durch Shangri-La. Der 2007 gegründete Pudacuo Nationalpark, der erste der Volksrepublik China, begeisterte mich mit seinen klaren Bergseen und spektakulären Panoramablicken. Aufgrund der Größe des Gebietes musste ich weite Teile der Strecke in den parkeigenen Bussen zurücklegen. Abgerundet wurde mein Aufenthalt in Shangri-La mit dem Besuch des Klosters Songzanlin. Wem auf seiner China-Reise der Weg nach Tibet zu weit erscheint, findet hier ein ebenbürtiges Zeugnis buddhistischer Tradition und Lebensweise. So konnte ich nicht nur die Mönche bei ihren Gebeten beobachten, sondern auch einen Blick in die Küche und Speisekammer des Klosters werfen.

 

Nach einer aufregenden Busfahrt entlang der steilen Hänge und Klippen der Tigersprungschlucht erreichte ich Lijiang. Dank internationaler Spendengelder konnte Lijiangs gesamte Altstadt nach einem schweren Erdebeben 1996 originalgetreu wiederaufgebaut und ausgeschmückt werden. Wer sich am kitschigen Charme des Pavillions und der Pagoden nicht stört, erlebt in Lijiang ein wahres Bilderbuch-China.

 

Weiter ging es mit dem Bus nach Dali. Unterwegs machte ich einen Stopp am Erhai-See. Zusammen mit den sogenannten „Kormoranfischern“ fuhr ich auf einem Boot zur Mitte des Sees. Statt die Fische selbst mit Netzen zu fangen, setzten die Fischer dressierte Kormorane ein. Sobald einer der Kormorane einen Fisch aus dem Wasser geschnappt hatte, übergab er diesen stolz an seinen Besitzer und tauchte gleich danach wieder ab. Ein wirklich unterhaltsames Spektakel!
In Dalis Altstadt erlebte ich eine perfekte Mischung aus Tradition und Tourismus. Bei einem Bummel durch die hübsch angelegten Gassen und Marktstraßen entdeckte ich zahlreiche traditionelle Geschäfte und traf interessante Menschen. Gleichzeitig befindet sich nahe der Altstadt eine der größten modernen Tempelanlagen Chinas, der Chongcheng Tempel. Im Gegensatz zu den meisten buddhistischen Tempeln Yunnans vereint dieser buddhistische, tibetisch-buddhistische und regionale Gottheiten. Mehrere Tempelebenen galt es hier nacheinander zu erklimmen, wobei die vergoldeten Abbilder der buddhistischen Götter von Ebene zu Ebene immer gewaltigere Ausmaße annahmen.
Bevor es wieder nach Deutschland zurück ging, machte ich noch einen Abstecher zu den berühmten „Drei Pagoden“ – ein Pflichtmotiv für jeden Kultur- und Landschaftsfotografen!

 

Die Provinz Yunnan hat mich auf ihre ganz spezielle Art und Weise fasziniert. Wer ein China mit authentischen Lebensstilen und wildromantischen Landschaften kennen lernen möchte, dem kann ich eine Reise in den chinesischen Südwesten bestens empfehlen.

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