Reisebericht Peru - Geoplaner Akira auf den Spuren der Inkas

Verfasst von Akira Proske am 21.11.2016

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Als ich in Amsterdam in den Flieger einstieg, hatte ich es realisiert. Nun ging es also in eine ganz andere Richtung. Südamerika, Neuland für mich. Ob Pizarro im 16. Jahrhundert auch so aufgeregt war wie ich? Ich werde es vermutlich nicht erfahren. Obwohl ich ihm sehr nahekam, in der Kathedrale von Lima, da wo er seit einigen Jahrhunderten liegt. Er, der Peru zu dem gemacht hat, das es heute ist. Aber wie ist Peru heute?
Mit Peru hatte ich vor der Reise in erster Linie Machu Picchu in Verbindung gebracht, ein Ort, der einen geradezu magnetisch anzieht. Aber hierzu kommen wir noch.

 

Zunächst kämpfte sich unser Bus durch den Verkehr von Lima. Irgendwie scheinen Hauptstädte dafür gemacht zu sein, ein Getriebe zu Grenzerfahrungen zu zwingen. Aber die Fahrt in die Altstadt hat sich gelohnt, neben der Ruhestätte von Pizarro, die im Übrigen auch nach all den vielen anderen Kirchen und Kathedralen der Reise nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, überwältigte mich vor allem der Plaza San Martin mit seinem gelungenen Ensemble an Kolonialarchitektur. In den vielen Gassen, die zum Flanieren einladen, finden sich eine Menge spezialisierter Händler. In einem riesigen Kaufhaus finden sich gefühlte Hunderte von Fake-Fußballtrikothändlern und besonders groß war auch die Auswahl an möglichst grellen und ausgefallenen Weihnachtsartikeln - Hochsaison bereits im Oktober.

 

Die Begegnungen mit den Menschen ist herzlich und unkompliziert. Ich wurde zum Tanz gebeten und musste feststellen, dass meine Zahl der Gesäßumdrehungen pro Sekunde geringer ist als die der einheimischen Bevölkerung. Aber auch ohne Tanz erntet man immer ein Lächeln, wird man immer mit Vornamen begrüßt in diesem Land – meist völlig ohne Hintergedanken (zur einzigen unrühmlichen Ausnahme kommen wir noch).

 

Ein Flug von ca. 1 Stunde brachte uns im Anschluss nach Arequipa, der zweitgrößten Stadt Perus, die immerhin schon auf über 2.000 m liegt. Ich fragte mich im Vorfeld, was ich in dieser Stadt eigentlich soll; als ich abends zum Plaza Major kam, wusste ich es sofort! Dieser Platz mit der grandiosen Kathedrale aus weißem Tuffstein und den Arkaden, die diesen Platz umrunden, gehört mit Sicherheit zu den schönsten Plätzen der Welt. Gerade abends, wenn der Platz stimmungsvoll erleuchtet ist, entwickelt dieser Platz mit diesen wunderschönen tropischen Bäumen und der heiteren Geselligkeit der Peruaner einen unnachahmlichen Charme.

 

Von Arequipa nach Puno am Titicacasee ging es auf eine bemerkenswerte Überlandreise per Bus – in einem wirklich komfortablen Bus mit Business Class Seats, wie im Flugzeug!
Auf der 7-stündigen Fahrt erreichten wir erstmalig die Meereshöhe von 4.000 m und die Fahrt durch die Hochebene mit den Schneebergen im Hintergrund und den Gebirgsseen ist beeindruckend – wie auch die Durchquerung der Großstadt Juliaca. Hier sahen wir das Peru der einfachen Leute, eine Stadt in der Entwicklung.

Puno liegt malerisch am Titicacasee auf 3.800 m. Die Kombination aus der Höhe und dem eigenwilligen Gebirgsseeklima machte uns die Akklimatisierung nicht gerade leicht. Dennoch lohnte sich die Reise nach Puno, eine lebendige Stadt am Titicacasee mit einem bunten Markt und einem schnuckeligen Plaza Major, der passenderweise nicht so pompös ist wie in anderen kolonial geprägten Orten. Die Reise zu dem traditionellen Volk der Uros im Titicacasee kann ohne Übertreibung als „touristisch“ bezeichnet werden – perfekt inszeniert mit einem gut einstudierten Frauenchor, der „Vamos a la playa“ zur Verabschiedung trällerte. Bei aller berechtigter Kritik daran – für den Lebensunterhalt der auf den schwimmenden Schilfinseln lebenden Bevölkerung ist der Besuch der Touristen essentiell.

 

Von Puno ging es schließlich nach Cusco, und wie unser Guide versprach, verschwanden nun auch die Kopfschmerzen nachdem es nun wieder auf erträgliche 3.400 m abwärts ging.
Cusco war für mich der absolute Höhepunkt der Perureise. Nachdem die Stadt über Jahrhunderte die Hauptstadt der Inka war, wurde es für die Conquisitadores zum Prestigeobjekt. Auf den Mauern der prächtigsten Inkatempel wurden die prunkvollsten Kirchen des Landes gesetzt. Neben der eindrucksvollen Architektur beeindruckten mich vor allem die wunderschönen kleinen Gassen, die durch die hügelige Anordnung der Stadt aus allen Winkeln tolle Fotomotive darstellen.


Und Machu Picchu? Um es kurz zu machen: Jede Erwartung wurde erfüllt, geradezu übererfüllt. Ein heiliger Ort, magisch durch seine Lage und Anordnung und erfreulicherweise unverfälscht belassen. Nach dem man den Eintrittsbereich verlassen hat, lauert kein Händler, kein übermotivierter Imbissverkäufer, nur die pure Schönheit des Ortes. Die Kulisse ist einmalig, insbesondere dann, wenn man sich etwas von den heiß begehrten Fotoplätzen entfernt und zum Beispiel den Pfad zum Sonnentor nimmt und so den Anblick in relativer Stille genießen kann!

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