Georgien – zwischen Schafen, Weintrauben und heiligen Klöstern im Großen Kaukasus

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Georgien – zwischen Schafen, Weintrauben und heiligen Klöstern im Großen Kaukasus

Verfasst von Akira Proske am 01.01.1970

Über dem kleinen Ort Stepantsminda, unweit der russischen Grenze, thront eines der Fotomotive des kleinen Landes zwischen Schwarzem Meer und Kaspischen Meer: die Dreifaltigkeitskirche von Gergeti, auf 2.170 m Meereshöhe gelegen. Der Blick ist atemberaubend, nach vorne ins Tal, nach hinten auf den dritthöchsten Berg Georgiens, der schneebedeckte Gipfel des Kazbegi (5047 m), der ganze Stolz der Georgier. Umso trauriger war mein Guide, als er mir aufgrund der Wolken für 2 Tage verwehrt geblieben ist, der Blick auf den Berg. Er hätte ihn mir so gerne gezeigt, den Kazbegi, sagte er mir immer wieder in diesen Tagen, selbst beim Abschied am Flughafen.


Gezeigt wurde mir dafür die georgische Gastfreundschaft. Bei der Supra, dem georgischen Bankett, sitzt der Tischmeister, genannt Tamada, am Kopf und erhebt das Glas mehrmals am Abend und spricht zu Ehren der Gäste. Man fühlt sich sehr willkommen, zwischen einem reich gedeckten Tisch,selbst hergestellten Wein und lebendiger Folklore Musik.

 

Wein ist das Nationalgetränk Georgiens, omnipräsent, selbst die Nonnen im Kloster Bodbe bei Sighnaghi trinken Wein, so sehr gehört er zur Kultur des Landes. In Kachetien, in dem dieses Kloster steht, gibt es immerhin 85 verschiedene Traubensorten.

Unterwegs durch das Land werden wir immer wieder von riesigen Schafsherden ausgebremst, auch Kühe nutzen gerne die großen Landstraßen. Und in den kleinen Dörfern am Rande des Kaukasus hat man das Gefühl, die Zeit wäre stehen geblieben, Hühner streifen durch die Straßen, das Leben scheint geradezu archaisch. Der Alltag ist bescheiden in einem Land, in dem ein ehemaliger Ingenieur umgerechnet 60 Euro Rente im Monat bezieht.

 

Dabei fühlt man sich durchaus sehr europäisch, wenn man zurück in der Hauptstadt Tbilissi ist. Große Boulevards, internationale Hotelketten, bekannte Modehäuser, und schöne restaurierte Häuser aus dem 19. Jahrhundert zeichnen ein hübsches Stadtbild, das durch die hügelige Anlage und dem Fluss, der die Stadt teilt, geradezu malerisch wirkt. Tbilissi bedeutet „warme Quelle“ und der Name verrät, dass es hier schon immer natürliche, heiße Bäder gab, die heute im Bäderviertel Anziehungspunkt für Bewohner und Touristen gleichermaßen sind. Und nur auf dem zweiten Blick wird auch die sowjetische Vergangenheit deutlich – der obligatorische Fernsehturm aus den 1970er Jahren wirkt wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit, wie auch die Plattenbauten am Stadtrand.

 

Heute fährt man auf der George W. Bush Street in Richtung Flughafen – das ist ein Statement in einem postsowjetischen Land.

 

Mir gefällt dieses kleine Land mit seinen majestätischen Blicken auf die Berge des Kaukasus und mit seiner traditionellen christlichen Kultur. Besonders schön finde ich die Gesänge der Gläubigen in den Kirchen.

 

Es tut gut, innezuhalten und einen anderen Blick auf die Welt zu bekommen.

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