Schon der Anflug auf den Flughafen Lissabon ist einzigartig, er geht teils über die Küste und dann über den Tejo hinweg. Da sich der Flughafen fast im Zentrum befindet, ist man schnell in Lissabon und im Hotel. In den zentralen Stadtteilen reiht sich ein Hotel an das nächste – man hat die Qual der Wahl. Visit Lisboa, die mich zu dieser Kurzreise eingeladen hatten, haben die anderen Teilnehmer und mich in einem zentralen Boutique-Hotel im Stil der 1920er Jahre untergebracht. Den ersten Abend ließen wir bei einem sehr leckeren Abendessen zum Kennenlernen gemütlich im Hotelrestaurant ausklingen.
Am zweiten Tag verließen wir Lissabon über die Vasco-da-Gama-Brücke, eine von zwei Brücken, die die Stadt mit der Metropolregion im Süden verbinden. Unser erster Stopp ist das Naturschutzgebiet Alcochete Salinas. In den Salinen wird Salz gewonnen, gleichzeitig sind sie ein Winterquartier für viele Vögel. Der Rundgang war spannend und bereichernd. Wir haben viel über die Produktion von zwei Salzsorten gelernt und es war ein Highlight, die Flamingos zu beobachten. Ein Päckchen Flor de Sal habe ich mit nach Hause genommen und genieße es bei passenden Gelegenheiten.
Es ging weiter nach São Lourenço in der Region Azeitão. In der Casa das Tortas probierten wir eine Torta de Azeitão, einen portugiesischen Rollkuchen, gefüllt mit Doces de Ovos (süße Eiercreme). Dazu gab es einen Espresso. Frisch gestärkt stiegen wir um auf zwei Jeeps um und fuhren durch den Nationalpark Arrábida, einen großen Teil der Strecke ging es entlang der Küste mit wunderschönen Ausblicken. Ein Fotostopp am Kloster Convento de Nossa Senhora da Arrábida war sehr lohnenswert. Diese wunderschöne Klosteranlage ist heute eine Event-Location und kann gemietet werden.
Vorbei am Strand Praia da Figueirinha, den auch die Einheimischen im Sommer nutzen, ging es weiter zu unserem Mittagessen. Das außergewöhnliche Seafood-Restaurant „Selo do Mar“ in Setúbal empfing uns herzlich und die Mitarbeiter erklärten uns das Konzept, welches unter anderem mit fermentierten Fischölen die Speisen bereichert. Gesättigt und um eine einmalige Erfahrung reicher, stiegen wir wieder in unsere Minivans und fuhren zurück nach São Lourenço, wo uns ein Mitarbeiter des Weingutes Bacalhôa willkommen hieß. Wir erfuhren Wissenswertes über die Geschichte eines der berühmtesten und ältesten Weingüter Portugals und durften anschließend ein paar Weine probieren. Die Weine und der Blick in den Garten und auf die Weinstöcke waren himmlisch. Abgerundet wurde der Tag durch eine abendliche Bootsfahrt mit Petiscos (portugiesische Variante von Tapas) auf dem Fluss Tejo. Lissabon im Sonnenuntergang vom Wasser aus bietet einen wunderbaren Anblick.
Der nächste Tag begann mit einem Rundgang vom Hotel zum Praça do Comércio (Handelsplatz) am Ufer des Tejo, vorbei am historischen Hauptbahnhof, dem großen Theater und einem Fahrstuhl, der die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet. Einen Fahrstuhl nutzten wir ebenfalls, allerdings den, der uns hinauf bringt auf den Triumphbogen Arco da Rua Augusta mit wunderbaren Ausblicken auf die Stadt und den Fluss. In der Markthalle Mercado da Ribeira kauften wir mit einer Hobbyköchin die Zutaten für unser Mittagessen, welches wir anschließend in einem umgebauten Lagerhaus gemeinsam mit ihr zubereiteten. Wir erfuhren viel über die portugiesische Lebensweise, die Art zu kochen und das Miteinander in den Familien. Mein persönliches kulinarisches Highlight war der Fisch in Salzkruste, nur gefüllt mit Zitronenscheiben und Koriander. Ich habe selten einen so köstlichen Fisch gegessen. Beim Bemalen von Keramikfliesen erschufen wir ein schönes Andenken an diese wunderbare Reise. Zum Abschluss genossen wir ein Abendessen in einem traditionellen Fado Restaurant, einem der ältesten im Stadtteil Alfama. Es ist ein Genuss für den Gaumen und für die Ohren und bescherte mir einige Gänsehautmomente.
Mein Fazit nach der kurzen Zeit in Lissabon: Die Portugiesen sind gastfreundlich, offen und herzlich. Das Wetter war auch im September noch wunderbar sommerlich warm. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Ich werde wieder kommen.
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