Die Toskana auf den zweiten Blick - Geoplanerin Katharina auf Entdeckungsreise durch die Toskana

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Geoplanerin Katharina Kolle genießt die Aussicht auf das Val d´Orcia

Abseits der Hotspots zeigt die Toskana ihre stille Seite

Verfasst von Katharina Kolle am 03.09.2026

Ankunft und ein zauberhaftes Zuhause im Klosterhotel

Mein zweiter Besuch der Toskana wird tiefere Spuren hinterlassen als der erste.

Aber fangen wir am Anfang an.

Die Vorfreude auf die Reise war groß, und so ging es Mitte August endlich los. Austrian Airlines brachte mich mit Umstieg in Wien pünktlich und sicher nach Florenz. Im Vergleich zum Wiener Flughafen ist der von Florenz klein und gemütlich, und man findet sich schnell zurecht. Mit dem Mietwagen geht es los in Richtung Siena.

Dieses Mal habe ich mich für ein Klosterhotel außerhalb von Siena entschieden und bin sehr froh über diese Entscheidung. Die Certosa di Pontignano ist eine zauberhafte Oase in einer wunderschönen Umgebung. Die Atmosphäre in diesem ehemaligen Kloster ist fast zu schön, um wahr zu sein, und gleicht die Schlichtheit der Zimmer mehr als aus. Am Abend genieße ich im Hotelrestaurant im herrlichen Innenhof ein Risotto mit Pilzen und Trüffel. Siena und die Umgebung sind ein guter Ausgangspunkt, um die Toskana zu erkunden, wenn man keine oder nur wenige Hotelwechsel möchte.

Volterra – Ein besonderes Flair abseits des Trubels

Erstes Ziel am nächsten Tag ist Volterra im Nordwesten der Toskana. Man parkt am Rand der Stadt, wie in fast allen Städten hier. Volterra ist im Vergleich zu beispielsweise San Gimignano eher klein und beschaulich, weniger voll und touristisch und punktet so mit besonderem Flair. Ich fühle mich in der Zeit zurückversetzt. Die Piazza dei Priori, der historische Hauptplatz, gilt zurecht als einer der schönsten Plätze Italiens. In einem der Restaurants am Platz probiere ich toskanischen Schweinebraten mit gebackenen Kartoffeln – köstlich.

San Gimignano – „Manhattan des Mittelalters“

Weiter geht es durch die einzigartige Landschaft ins nahe gelegene San Gimignano. Mit seinen noch 13 erhaltenen Türmen ist das Städtchen bekannt als „Manhattan des Mittelalters“. Ursprünglich waren es einmal stolze 65 Türme. Auch hier muss man gut zu Fuß sein, da die kleinen Gassen und Straßen zum Teil recht steil sind. Den höchsten Turm, den Torre Grossa, kann man besteigen und von dort eine wunderbare Aussicht auf die Hügel des Chianti genießen. Natürlich teste ich das bekannte Eis der Gelateria Dondoli – das preisgekrönte, weltberühmte Eis von 2024. Pistazie schmeckt himmlisch. San Gimignano ist im Vergleich zu Volterra touristischer, und man kann in vielen kleinen Läden Souvenirs für die Lieben daheim erwerben.

In der Pizzeria Osteria Bella Napoli in Ponte a Bozzone in der Nähe des Hotels gibt es für mich die klassische Pizza Margherita mit einem Rucolasalat – sehr lecker. Im Garten sitzt man sehr gemütlich, und der Service ist sehr gut. Preiswert ist es noch dazu. Hier bleiben keine Wünsche offen.

Podere Il Casale – Bauernhofkultur mit Weitblick

An meinem zweiten vollen Tag der Reise erkunde ich den Süden der Toskana und fahre zunächst zum Podere Il Casale in der Nähe von Pienza. Auf dem nachhaltigen Bauernhof erfahre ich bei einer Führung viel Wissenswertes über den Hof, die Schafhaltung und die Region. Der Hof beherbergt noch viele weitere Tiere. Die Pfauen fressen die Schnecken im Gemüsegarten, die Katzen fressen die Mäuse, und der Esel vertreibt im Winter Füchse und Wölfe, die die Hühner fressen wollen. Ich erfahre auch, dass die Zypressen hier nicht immer heimisch waren, sondern von den Etruskern mitgebracht wurden. Die Bäume gelten eigentlich als nutzlos und werden wegen der senkrecht in die Erde wachsenden Wurzeln bevorzugt auf Friedhöfen angepflanzt. Sie prägen dennoch (und dem Himmel sei Dank) seit langem das Landschaftsbild dieser Region in Italien.

Käse, Wein und die Magie des Val d'Orcia

Auf der Terrasse im Restaurant verkoste ich sieben Käsesorten, darunter mehrere Sorten Pecorino, samt eigenem Honig und Traubengelee – begleitet von drei Weinen –, super lecker. Der Blick von der Terrasse ins weltberühmte Val d’Orcia ist atemberaubend. Dieser Ort hat eine tiefe Magie und berührt mein Herz. Er wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Nur ungern verlasse ich dieses bezaubernde Fleckchen Erde.

Weingut Capanna di Cencioni – Handarbeit und Tradition

Vorbei an Pienza und Montalcino geht es für mich weiter zur nächsten Verkostung, zum Weingut Capanna di Cencioni. Es ist eines der ältesten Weingüter der Region, und die Familie betreibt das Gut in vierter Generation und lebt noch immer auf dem Hof. Bei einer Führung erfahre ich viel über den Weinanbau und die 50 Vorschriften der Region für den Anbau. Beeindruckend finde ich, dass die Trauben aus Traditionsgründen noch immer von Hand geerntet werden. Die Weinprobe umfasst fünf Weine, darunter den weltberühmten, in Eichenfässern gereiften Brunello, der hauptsächlich in die USA exportiert wird. Eine Flasche des Dessertweins „Moscadello di Montalcino“ darf mit nach Hause. Den Wein werde ich demnächst gut gekühlt genießen und mich dabei an die wunderbare Zeit in der Toskana erinnern.

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