Endlich Madagaskar – unterwegs im unentdeckten Norden

Geoplanerin Petra Mannsfeld vor den Gesteinsformen von Tsingy Rouge im Norden von Madagaskar
Geoplanerin Petra Mannsfeld vor den Gesteinsformen von Tsingy Rouge im Norden von Madagaskar

Geoplanerin Petra Mannsfeld brach auf zu neuen Entdeckungen

Verfasst von Petra Mannsfeld am 14.09.2026

Während andere Länder nach Covid recht schnell wieder bereisbar waren und ihre Grenzen für Touristen öffneten, blieb Madagaskar noch lange nach der Pandemie geschlossen. Auch ich musste mich deshalb mit meiner Reise gedulden. 

Doch endlich war es so weit: Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe durfte ich den Norden der viertgrößten Insel der Welt erkunden – eine Region, die bis heute weitgehend abseits der klassischen Reiserouten liegt.

Von Antananarivo in den hohen Norden

Madagaskar ist mittlerweile täglich mit Ethiopian Airlines und Air France erreichbar. Auch Emirates bietet Verbindungen über die Seychellen an. Nach einem kurzen Stopp in der Hauptstadt Antananarivo – von den Madagassen liebevoll „Tana“ genannt – ging es am nächsten Morgen in aller Frühe mit einem Propellerflugzeug in den noch weitgehend unentdeckten Norden. Unser Ziel: Antsiranana, besser bekannt als Diego Suarez. Der Name erinnert an die portugiesischen Seefahrer Diego Diaz und Fernando Suarez.

Rote Erde und bizarre Landschaften

Der erste Höhepunkt der Reise waren die Red Tsingy, die Tsingy Rouge. Die leuchtend roten Formationen aus Lateriterde wirken wie eine Landschaft aus einer anderen Welt. Erosion hat hier bizarre Formen und einzigartige Kristallstrukturen geschaffen.

Nicht weniger beeindruckend ist der Montagne-d’Ambre-Nationalpark. Sein im Licht beinahe bernsteinfarben schimmernder Bergregenwald ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten – darunter auch verschiedener Lemurenarten. Die üppige Vegetation und das besondere Licht machen Wanderungen durch den Park zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Durch die Tsingy von Ankarana

Im Ankarana-Nationalpark erwarteten uns die bizarren, grauen Felsnadeln der Tsingy. Hängebrücken führen mitten durch diese außergewöhnliche Landschaft und eröffnen immer wieder spektakuläre Blicke in die tief eingeschnittenen, kantigen Schluchten. Zwischendurch bot sich an einem besonderen Aussichtspunkt die Gelegenheit zu einem Picknick mit eindrucksvoller Kulisse.

Bei einer weiteren Erkundung ging es tief unter die Erde: Riesige Höhlen mit Stalaktiten und Stalagmiten, Fledermäusen und zahlreichen kleinen Bewohnern ließen uns die faszinierende Welt unterhalb der Tsingy entdecken.

Ein echter Geheimtipp: die Blauaugen-Lemuren

Ein ganz besonderes Highlight waren die seltenen Blue-eyed Black Lemurs, die Blauaugen-Lemuren. Sie sind abseits der klassischen Reiserouten zu finden – ein echter Geheimtipp für alle, die Madagaskar besonders ursprünglich erleben möchten. Der Weg dorthin führt weit hinaus ins Land, in ein kleines, ursprüngliches Dorf. Hier begegnet man nicht nur den seltenen Lemuren, sondern auch neugierigen und herzlichen Bewohnern, die einen authentischen Einblick in das Leben abseits der touristischen Zentren ermöglichen.

Begegnungen mit Land und Leuten

Unterwegs hatten wir außerdem die Möglichkeit, ein Waisenhaus, ein Schulprojekt mit Schwerpunkt Landwirtschaft sowie ein Ausbildungshotel für junge Menschen zu besuchen. Solche Begegnungen mit Land und Leuten können eine Reise nach Madagaskar auf ganz besondere Weise bereichern. Wer sich für soziale Projekte und persönliche Begegnungen interessiert, kann uns gerne ansprechen – wir arrangieren solche Besuche auf Wunsch.

Nosy Be – die Insel der Düfte

Zum Abschluss unserer Reise ging es auf die Insel der Düfte: Nosy Be. Hier besuchten wir verschiedene Unterkünfte, die auch höchsten Ansprüchen gerecht werden und ideale Voraussetzungen für entspannte Tage am Indischen Ozean bieten. Die benachbarte Insel Nosy Komba präsentiert sich dagegen noch ursprünglicher: Natur, Ruhe und Abgeschiedenheit stehen hier im Mittelpunkt.

Ein besonderes Juwel ist die komfortable Tsara Komba Lodge mit nur acht großzügigen Ocean-View-Suiten. Von hier aus eröffnet sich ein unvergleichlicher Blick über den Indischen Ozean – der perfekte Ort, um zur Ruhe zu kommen und die Eindrücke der Reise Revue passieren zu lassen.

Zum Abschluss: Robinson-Crusoe-Feeling auf Nosy Tsarabanjina

Den krönenden Abschluss bildete der Aufenthalt auf der kleinen, abgelegenen Trauminsel Nosy Tsarabanjina. Hier betreibt die Constance Group eine exklusive Strand-Lodge mit 25 individuellen Villen. Feiner Sand, türkisfarbenes Wasser und viel Ruhe machen die Insel zu einem Ort, an dem sich die Reise wunderbar ausklingen lässt.

Madagaskar hat mich vor allem durch seine unglaubliche Vielfalt beeindruckt: rote Tsingy, geheimnisvolle Höhlen, dichter Regenwald, seltene Lemuren, ursprüngliche Dörfer und traumhafte Inseln. Wer abseits der bekannten Wege unterwegs sein möchte und Lust auf echte Begegnungen und außergewöhnliche Naturerlebnisse hat, findet im Norden Madagaskars noch viel zu entdecken.

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