Finnland – das Land der unzähligen Seen, tiefen Wälder und der berühmten finnischen Saunakultur. Fünf Tage lang durfte ich den Osten Finnlands entdecken und dabei erleben, wie eng Natur, Tradition und Lebensgefühl miteinander verbunden sind. Von Vuokatti über Tahko und Bomba bis nach Koli führte meine Reise durch eine beeindruckende Landschaft, die vor allem eines immer wieder zeigte: Finnland ist ein Land, in dem man zur Ruhe kommen und gleichzeitig jeden Tag etwas Neues entdecken kann.
Natur, Lagerfeuer und finnische Gastfreundschaft
Meine Reise begann mit dem Flug von Berlin über Helsinki nach Kajaani. Schon beim Anflug wurde deutlich, was Finnland so besonders macht: Wälder und Seen, soweit das Auge reicht. Nach der Ankunft machte ich mich auf den Weg nach Vuokatti – mit großer Vorfreude auf die kommenden Tage.
Bei einem Spaziergang durch die Wälder von Vuokatti konnte ich die Ruhe der Landschaft hautnah erleben. Besonders schön war der Besuch einer traditionellen finnischen Holzhütte, in welcher wir uns an der Feuerstelle aufwärmen konnten. Das Feuer habe ich selbst mit Feuerstahl und Holzrinde entfacht, was einfacher klang als es im Endeffekt war. Als schließlich die ersten Flammen loderten, war die Freude umso größer. Das knisternde Feuer, die urige Holzhütte und die Natur ringsherum vermittelten ein Gefühl dafür, wie eng die Finnen mit ihrer Umgebung verbunden sind. Anschließend fuhren wir zu einem Aussichtspunkt. Von dort eröffnete sich uns ein atemberaubender Blick über die finnische Seenlandschaft. Unzählige Wasserflächen, umgeben von dichtem Wald, erstreckten sich vor uns – ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst. Danach ging es weiter zum Strand von Hiukka. Leider machte uns das finnische Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung: Kaum angekommen, begann es zu regnen. Doch auch das gehört zu einer Reise durch Finnland dazu. Wir kehrten in einem der vielen gemütlichen Lokale ein und stärkten uns mit einem echten Klassiker: finnischer Lachssuppe. Am Abend setzten wir unsere Reise fort und fuhren nach Tahko, wo bereits die nächsten Abenteuer auf uns warteten.
Über den See, durch den Wald und hoch hinaus
Der Morgen begann mit einer Bootsfahrt auf dem See. Das ruhige Wasser, die Wälder am Ufer und die frische Luft sorgten für einen perfekten Start in den Tag. Danach ging es zu Fuß weiter. Auf dem Huutvanholma Trail wanderten wir durch den Wald und machten uns schließlich auf den Weg zu den berühmten Tahko Stairs – der längsten Holztreppe Finnlands. Die vielen Stufen hatten es durchaus in sich, doch der Aufstieg hat sich gelohnt. Unterwegs konnten wir immer wieder Beeren am Wegesrand pflücken. Blaubeeren und Preiselbeeren wachsen in Finnland praktisch überall und gehören ganz selbstverständlich zum Alltag. Es war ein besonderes Erlebnis, die Früchte direkt aus der Natur zu probieren. Oben angekommen, wurden wir mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Nach der Anstrengung konnten wir die Landschaft in aller Ruhe genießen. Für den Rückweg wählten wir dann eine etwas außergewöhnlichere Variante: Mit der Zipline ging es rasant wieder hinunter. Nach so viel Bewegung war Entspannung genau das Richtige. Deshalb führte unser nächster Stopp ins Forest Spa Lähde. Dort erwarteten uns verschiedene Saunen und warme Pools mitten in der Natur. Besonders beeindruckend war der Ausblick – vorausgesetzt, das finnische Wetter spielt mit. Am Abend ging es weiter nach Bomba. Dort konnten wir den Tag im Spa unseres Hotels direkt am See ausklingen lassen.
Karelische Kultur und die Weite von Koli
In Bomba tauchte ich tiefer in die Geschichte und Kultur der Region ein. Wir lernten viel über die karelische Kultur und besichtigten traditionelle, alte Häuser. Dabei bekamen wir einen Eindruck davon, wie die Menschen in dieser Region früher gelebt haben und welche Bedeutung Traditionen bis heute besitzen. Besonders lecker wurde es anschließend: Wir lernten, wie man traditionelle karelische Piroggen – die berühmten Karjalanpiirakat – selbst herstellt. Die kleinen Teigtaschen werden mit einer Füllung aus Reisbrei zubereitet und schmecken frisch aus dem Ofen einfach köstlich. Danach fuhren wir weiter nach Koli. Der dortige Nationalpark gehört sicherlich zu den landschaftlichen Höhepunkten der Reise. Bei einer Wanderung durch den Park erkundeten wir die Natur gemeinsam mit einem Guide. Dabei lernten wir viel über die heimische Flora und Fauna und konnten selbst Beeren und Pilze sammeln. Immer wieder boten sich uns spektakuläre Ausblicke über die Landschaft. Besonders beeindruckend war der Blick auf den Pielinen-See. Finnland ist bekanntlich das „Land der tausend Seen“ – tatsächlich gibt es dort rund 188.000 Seen. Der Pielinen ist der viertgrößte See Finnlands und beeindruckt nicht nur durch seine Größe: In ihm liegen rund 1.400 Inseln.
Abschied mit vielen Erinnerungen
Und dann war sie leider schon da: die Zeit des Abschieds. Von Joensuu aus trat ich die Heimreise an. Mit dem Flug über Helsinki ging es zurück nach Berlin. Im Gepäck waren neben den Souvenirs vor allem viele schöne Erinnerungen: an endlose Wälder und Seen, an gemütliche Holzhütten und knisternde Lagerfeuer, an Saunen und warme Pools, an wilde Beeren am Wegesrand und natürlich an die finnische Gastfreundschaft.
Fünf Tage waren viel zu schnell vorbei. Doch die Eindrücke dieser Reise werden sicherlich noch lange bleiben. Finnland ist ein Land, das man nicht nur besucht, sondern ein Stück weit erlebt – ruhig, ursprünglich, herzlich und unglaublich schön.
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