Meine erste Reise ins Reich der Mitte führte mich in die Greater Bay Area. Zugegeben ist das eher eine Region, die für viele vielleicht nicht der klassische Einstieg für China darstellt. Doch gerade die Mischung aus futuristischen Skylines, traditionellen Vierteln und pulsierenden Mega-Städten hat mich zu dieser Reise bewegt.
Den Anfang machte Guangzhou. Vom Wahrzeichen der Stadt aus, dem Canton Tower, konnte ich mir tagsüber in luftiger Höhe einen ersten Überblick über die Millionen-Metropole verschaffen. Am Abend hatte ich dann während einer Fahrt auf dem Pearl River das erste Wow-Erlebnis der Reise: Das Schiff fuhr durch ein scheinbar endloses Meer aus Lichtern, vorbei an ultra-modernen Wolkenkratzern, leuchtenden Brücken und schillernden Neonreflexionen auf dem Wasser. Die riesigen Glasfassaden der Hochhäuser verwandelten sich dabei in farbenprächtige LED-Kunstwerke und ließen die gesamte Skyline eher unwirklich erscheinen.
Weiter ging es über Foshan nach Shenzhen. Oft auch als „Silicon Valley“ Chinas bezeichnet, fiel mir hier sofort auf, wie dynamisch, jung und modern die Stadt wirkte. Überall entstanden neue Wolkenkratzer, innovative Technologien waren an jeder Ecke präsent und alles wirkte sehr neu, aufgeräumt und sauber. Unvorstellbar für mich, dass die Stadt bis Anfang der 1980er-Jahre noch eher eine Ansammlung kleiner Küstenorte mit nur wenigen zehntausend Einwohnern war. Die Bevölkerung ist inzwischen auf knapp 18 Millionen angewachsen! Auf dem Huaqiangbei Electronics Market, wo sich auf mehreren Straßenzügen und in riesigen Hochhäusern ein Elektronikstand an den nächsten reihte, war ich vom unglaublich großen Angebot an Elektronikprodukten fasziniert. Zu kaufen gab es von Displays, Drohnen, Chips über LEDs, Smartphones, Roboterteile, Kabel in allen erdenklichen Formen und auch allerlei Skurriles, wie z.B. einen selbstfahrenden Koffer oder KI-Spielzeuge, die einfache Gespräche führen konnten.
Von Shenzhen aus ging es dann über Zhuhai nach Macau, das mir vor meiner Reise lediglich als Spielerparadies bekannt war. Macau hat mich aber eines Besseren belehrt und gezeigt, dass es mehr zu bieten hat als nur Casinos und Glücksspiel. Neben der bekannten Skyline voller Resorts und Lichter, die mich an Las Vegas erinnerten, bietet Macau ein erstaunlich vielseitiges Unterhaltungsprogramm. Aufwendige Shows mit riesigen Bühnenproduktionen, Wasser- und Akrobatikinszenierungen sowie moderne Multimedia-Spektakel gehören hier zum Alltag und zeigen, wie stark die Stadt auf Entertainment jenseits des Spieltischs setzt. Die Show „2049“ hat einen besonders bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Die Kombination aus traditioneller chinesischer Kultur und modernster futuristischer Technologie fand ich sehr gelungen und zeitgemäß. Luxuriös wurde es dann beim Besuch des „The Karl Lagerfeld“, des weltweit einzigen Hotels, das vollständig vom Stil des einstigen Modedesigners geprägt ist und dessen Design extravagante Modeästhetik mit moderner Opulenz verbindet. Kulinarisch hatte Macau ebenfalls einiges zu bieten: Ein besonderes Erlebnis war das „Dinner in the Sky“, bei dem man in luftiger Höhe über der Stadt schwebt und dabei ein exklusives Menü genießen kann – mit spektakulärem Blick auf die Skyline der Stadt, versteht sich. Trotz Höhenangst war das ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis für mich! Wer dagegen eher feinste chinesische Küche in einem eleganten Ambiente bevorzugt, ist besser im Palace Garden Restaurant aufgehoben, das auch mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Ich habe das mehrgängige Menü mit passender Weinbegleitung sehr genossen.
Mit dem Schnellboot ging es dann zur letzten Etappe dieser Reise, nach Hong Kong. Auf dem Peak, Hongkongs wohl bekanntestem und spektakulärstem Aussichtspunkt, war ich beeindruckt vom atemberaubenden Panorama der Stadt, das sich mir dort oben geboten hat. Wenn ich auch an einigen anderen Bereichen der Stadt eher ein Gefühl von Enge empfunden habe, da Hong Kong ja zu den am dichtesten besiedelten Städten der Welt gehört, vermittelte mir hier oben der Blick auf die unzähligen Wolkenkratzer und den Hafen ein Gefühl von Größe und Freiheit. Besonders begeistert hat mich auch eine Street Art Tour, bei der man spannende Eindrücke und Hintergrundinformationen zu vielen der farbenfrohen Wandgemälde der Stadt erhalten hat.
Insgesamt war diese Entdeckungstour für mich definitiv nicht die letzte China-Reise und hat in mir die Lust geweckt, noch viele weitere Reisen in das vielfältige Land zu unternehmen!
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