Ostasien zwischen Tradition und Moderne: Hongkong & Japan

Geoplanerin Katharina Lebschy auf Erkundungstour
Geoplanerin Katharina Lebschy for der Toyouke-Inari-Schreinanlage

Geoplanerin Katharina Lebschy unterwegs zwischen pulsierenden Metropolen und tropischen Inseln

Verfasst von Katharina Lebschy am 29.07.2026

Erste Begegnungen mit Hongkong

Unsere Reise begann mit einem Flug nach Hongkong. Ohne große Erwartungen landeten wir in einer Stadt, die uns, meine Schwester und mich,  bereits in den ersten Stunden positiv überraschte. Hongkong erwies sich als deutlich vielseitiger, grüner und entspannter, als wir es uns vorgestellt hatten. Drei Tage lang erkundeten wir die verschiedenen Facetten dieser faszinierenden Metropole und stellten schnell fest, dass sie weit mehr zu bieten hat als ihre weltberühmte Skyline.

Besonders beeindruckend war der Kontrast zwischen Alt und Neu, der das Stadtbild an nahezu jeder Ecke prägt. Viele der älteren Hochhäuser wirken in den oberen Etagen etwas in die Jahre gekommen, während sich in den unteren Stockwerken moderne Geschäfte, elegante Einkaufszentren und stilvolle Eingangsbereiche befinden. Dieser Gegensatz verleiht Hongkong einen ganz eigenen Charme und erzählt von der rasanten Entwicklung der Stadt.

Ebenso spannend waren die deutlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen. In Kowloon erlebten wir das ursprüngliche Hongkong. Zwischen traditionellen chinesischen Tempeln, liebevoll angelegten Gärten, dicht bebauten Wohnhauskomplexen und den lebhaften Nachtmärkten herrschte eine authentische Atmosphäre. Hier spielte sich das alltägliche Leben ab: Straßenstände, kleine Restaurants und das geschäftige Treiben der Einheimischen machten den Stadtteil besonders lebendig.

Auf der anderen Seite des Victoria Harbour präsentierte sich Hong Kong Island von einer völlig anderen Seite. Hier dominieren moderne Wolkenkratzer die Skyline und bilden das eindrucksvolle Finanz- und Bankenviertel. Die glänzenden Fassaden der Hochhäuser, breite Straßen und futuristische Architektur vermitteln den Eindruck einer der modernsten Metropolen Asiens. Gerade der Kontrast zu Kowloon macht den besonderen Reiz Hongkongs aus.

Eine weitere Überraschung war die grüne Seite der Millionenstadt. Auf Lantau Island und in den äußeren Bezirken zeigt sich Hongkong von einer ruhigen und naturnahen Seite. Bewaldete Berge, Wanderwege, Strände und kleine Dörfer bilden einen bemerkenswerten Gegensatz zum pulsierenden Stadtzentrum. Dass eine Weltstadt mit über sieben Millionen Einwohnern so viel Natur zu bieten hat, hätten wir vor der Reise nicht erwartet.

Nach drei abwechslungsreichen Tagen stand für uns fest: Hongkong ist weit mehr als eine beeindruckende Skyline. Die Mischung aus Tradition und Moderne, urbanem Leben und Natur sowie chinesischer Kultur und internationalem Flair machte die Stadt zu einem unerwarteten Highlight unserer Reise.

Okinawa – Japans tropische Inselwelt

Nach den aufregenden Tagen in Hongkong führte uns unsere Reise weiter nach Okinawa. Nach der Ankunft übernahmen wir unseren Mietwagen und machten uns direkt auf den Weg Richtung Norden. Die Fahrt führte zunächst durch den mittleren Teil der Hauptinsel – und überraschte uns erneut. Wer bei Okinawa ausschließlich an tropische Strände und unberührte Natur denkt, wird zunächst eines Besseren belehrt. Der Süden und die Inselmitte sind dicht besiedelt und stark bebaut, denn hier lebt der Großteil der Bevölkerung. Entsprechend urban präsentiert sich dieser Teil Okinawas mit zahlreichen Wohngebieten, Einkaufszentren und viel Verkehr.

Je weiter wir jedoch in Richtung Norden fuhren, desto ruhiger wurde die Landschaft. Unser Ziel war die Region rund um Nago, die für die nächsten Tage unser Ausgangspunkt sein sollte. Hier erwartete uns ein deutlich entspannteres Okinawa. Das Wetter zeigte sich zwar nicht immer von seiner sonnigsten Seite, doch gerade die wechselnden Bedingungen verliehen der Landschaft ihren ganz eigenen Reiz. Zwischen kurzen Regenschauern und sonnigen Abschnitten blieb genügend Zeit, die Umgebung in aller Ruhe zu erkunden und dabei auch bei einem Dschungeltrekking und einer Kajak-Tour aktiv zu werden.

Natürlich ist Okinawa für seine traumhaften Sandstrände bekannt – und diesem Ruf wird die Insel durchaus gerecht. Oft muss man sie erst ein wenig suchen oder entdeckt sie überraschend zwischen bebauten Gebieten und kleinen Küstenabschnitten. Das türkisfarbene Wasser, der helle Sand und die entspannte Atmosphäre luden dennoch immer wieder zu kleinen Pausen ein.

Zum Abschluss unseres Aufenthalts besuchten wir die Inselhauptstadt Naha.  Kleine verwinkelte Gassen, gemütliche Cafés und zahlreiche Geschäfte laden zum Bummeln und Verweilen ein. Trotz ihres städtischen Charakters bietet Naha auch die Möglichkeit, dem Trubel kurz zu entfliehen. Nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt liegt der Naminoue Beach – ein kleiner Stadtstrand, an dem sich Einheimische und Besucher gleichermaßen entspannen und zudem den gleichnamigen Schrein besuchen können.

Rückblickend zeigte sich Okinawa als ein Reiseziel mit vielen Facetten. Die Insel vereint lebendige Städte, tropische Natur und eine entspannte Lebensart, die es auf jeden Fall wert sind entdeckt zu werden.

Zwischenstopp in Kanazawa – zwischen Gartenkunst und Geisha-Viertel

Die Weiterreise führte uns auf eher ungewöhnlichem Weg zurück auf das japanische Festland. Anstatt direkt nach Tokio zu fliegen, entschieden wir uns für einen Flug nach Komatsu, dem nächstgelegenen Flughafen der Stadt Kanazawa. Kanazawa stand schon lange auf meiner Wunschliste, denn ich hatte im Vorfeld viel Positives über die Stadt gehört. Umso größer war die Vorfreude, sie endlich selbst kennenzulernen.

Schon nach kurzer Zeit fiel auf, dass Kanazawa deutlich ruhiger wirkte, als wir erwartet hatten. Obwohl die Stadt zu den beliebten Reisezielen Japans zählt, herrschte vielerorts eine entspannte Atmosphäre. Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten ließen sich die Straßen in aller Ruhe erkunden, und man hatte oft das Gefühl, eine authentische japanische Stadt zu erleben, die ihren eigenen Rhythmus bewahrt hat.

Lediglich an den klassischen Sehenswürdigkeiten begegneten wir größeren Besuchergruppen. Besonders das historische Geisha-Viertel Higashi Chaya mit seinen liebevoll erhaltenen Holzhäusern und der Kenroku-en Garten zogen viele Reisende an. Beim Spaziergang durch die schmalen Gassen fühlte man sich fast in eine andere Zeit versetzt. Kleine Teehäuser, traditionelle Fassaden und kunsthandwerkliche Geschäfte verleihen dem Viertel bis heute seinen besonderen Charakter. Der Kenroku-en gehört zu den berühmtesten Landschaftsgärten Japans und sorgfältig angelegten Wege, Teiche, Brücken und jahrhundertealten Bäume machen den Garten zu einem Ort der Ruhe und Harmonie.

Gerade die Mischung aus kulturellen Höhepunkten und einer insgesamt gelassenen Stimmung machte Kanazawa für uns zu einem echten Geheimtipp. Die Stadt verbindet Geschichte, traditionelle japanische Architektur und moderne Lebensqualität auf angenehme Weise und bildet damit einen idealen Zwischenstopp auf dem Weg nach Tokio.

Tokio – Vertrautes wiederentdecken und Neues erleben

Nach unserem kurzen Aufenthalt in Kanazawa ging es mit dem Shinkansen weiter nach Tokio. Die Fahrt mit Japans berühmtem Hochgeschwindigkeitszug war der perfekte Abschluss der Reise, bevor wir die japanische Hauptstadt erreichten.

Tokio hatte ich bereits einige Jahre zuvor besucht. Umso größer war die Freude, die Stadt erneut zu erleben. Diesmal standen auch Sehenswürdigkeiten auf dem Programm, die ich beim ersten Besuch noch nicht gesehen hatte. Dazu gehörte unter anderem das teamLab Borderless Museum, dessen digitale Kunstinstallationen und interaktiven Lichtwelten ein außergewöhnliches Erlebnis bieten. Ebenso durfte ein Besuch des Tokyo Skytree nicht fehlen. Von der Aussichtsplattform eröffnet sich bei klarem Wetter ein spektakulärer Blick über die scheinbar endlose Stadt und ihre unzähligen Viertel. Beide Attraktionen zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Tokios und sind entsprechend gut besucht. Dennoch gehören sie für mich zu den Orten, die man bei einem Aufenthalt in der japanischen Hauptstadt erlebt haben sollte.

Mit der Rückreise endete zwar diese Reise, nicht jedoch die Begeisterung für Japan. Jeder Besuch zeigt mir neue Facetten des Landes – sei es die faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne, die außergewöhnliche Gastfreundschaft oder die Vielfalt der Regionen. Genau das macht Japan für mich zu einem Reiseziel, das auch nach mehreren Besuchen nichts von seiner Faszination verliert. Eines steht für mich deshalb schon jetzt fest: Nach der Reise ist vor der Reise. Ich freue mich schon darauf, nächstes Jahr wieder nach Japan zurückzukehren und weitere Regionen, Städte und Landschaften zu entdecken.

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