Im Oktober diesen Jahres ging es für mich nach Kyushu, die größte südlichste Insel Japans. Zwischen dampfenden Onsen, stillen Tempelanlagen, kreativen Werkstätten und pulsierendem Stadtleben erlebte ich eine beeindruckende Mischung aus Natur, Kultur und japanischer Gastfreundschaft. Und was nicht jeder weiß - Oita ist Japans Nr. 1, was die Präfektur mit den meisten Onsen angeht.
Schon beim Ankommen in Beppu, wo es mit 25 Grad noch unerwartet warm war, liegt ein Schleier aus Dampf über der Stadt. Er steigt aus den tiefen heißen Quellen der Region auf und prägt das Stadtbild wie kaum anderswo in Japan. Besonders faszinierend waren die „Höllen von Beppu“, farbenprächtige und unberührte Thermalquellen, die man nicht betreten darf, aber deren Anblick fast surreal wirkt: kobaltblaue Becken, kochend rote Tümpel und brodelnde Schlammlöcher, die laut zischend kleine Fontänen ausstoßen. Die Bewohner nutzen die Hitze der Erde dennoch nicht nur zum Entspannen, sondern auch ganz pragmatisch: zum Dämpfen von Speisen und sogar zum Färben von Stoffen. Eine Tatsache, die mich sehr beeindruckt hat.
Nur eine kurze Fahrt weiter liegt Yufuin, ein charmantes Städtchen, das mit dem Lake Kinrin bezaubert und zu einem Bummel durch die kleinen Straßen einlädt, sofern man außerhalb der Hauptreisezeit vor Ort ist.
Ein besonderes Erlebnis war das Fertigen eigener Essstäbchen – ein kreativer Prozess, bei dem aus einem einfachen Holzrohling ein ganz persönliches Souvenir entstand. Auch kulinarisch bot Yufuin ein Highlight: zu Mittag ließ ich mir ein leckeres Wagyu schmecken – ja, dies gibt es nicht nur in Kobe, sondern auch in Oita. Am Nachmittag führte der Weg nach Tao Hills, wo ich eine Trommelperformance des berühmten Tao-Drummers sehen durfte. Ein weiterer Höhepunkt meiner Zeit auf Kyushu, denn in Mitten der Kuju- Berge klingen die Taiko-Trommeln besonders energievoll. Nach dem Konzert erreichte ich mit meinen Mitreisenden unser Resort in den Kuju Mountains. Ein Bad im Onsen unter klarem Sternenhimmel wurde zu einem der unvergesslichsten Momente der Reise: das warme, mineralreiche Wasser, die Stille der Berge und der leuchtende Nachthimmel – ein Gefühl tiefer Ruhe und Zufriedenheit.
Am nächsten Tag erwartete uns eine andächtige Morgenmeditation am Fukoji Tempel bevor uns Usuki mit dem Charme einer alten Burgstadt willkommen hieß. Die engen Gassen, traditionellen Häuser und der historische Stadtkern ließen uns eintauchen in vergangene Jahrhunderte. Besonders bekannt für die Gegend sind auch die Stein-Buddhas von Usuki: jahrhundertealte, in Fels gehauene Figuren, deren ruhige, sanfte Ausstrahlung ewig bleibt.
Schließlich führt die Route nach Oita City, wo Tradition und Moderne sich die Hand geben.
Zum Abschluss zog es mich noch nach Fukuoka, eine der dynamischsten Städte Kyushus. Hier verschmelzen Alt und Neu: historische Tempelanlagen, gemütliche Gassen und traditionelle Yatai-Straßenstände treffen auf futuristische Architektur, glitzernde Einkaufszentren und angesagte Stadtviertel.
Ein lohnenswertes Ausflugsziel war trotz einem heftigen Regenschauer Dazaifu, mit seinem eindrucksvollen Tenmangu-Schrein. Der Ort verbindet Spiritualität, Geschichte und Natur und bildet einen ruhigen Kontrast zur naheliegenden Großstadt Fukuoka.
Die Erlebnisse meiner Reise werden mir in bester Erinnerung bleiben und ich freue mich darauf, meine Eindrücke mit meinen Gästen zu teilen – denn eines steht fest: Japan sieht mich bestimmt bald wieder.
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