Hawaii – Inselparadies im Pazifik

Hawaii

Geoplaner Sebastian entdeckt, dass Hawaii mehr ist als Aloha und Hula Hoop

Verfasst von Sebastian Glowacki am 24.10.2019

Auf Hawaii tanzen die Frauen Hula während die Touristen mit Alohahemd bekleidet am Strand ihren Mai Tai genießen.
Ich wurde kürzlich gefragt, was man sonst auf einer dreiwöchigen Tour über die Inselkette mit seiner Zeit anstellt. „Wie jetzt, Hawaii besteht nicht nur aus einer Insel?“

Wie ich während meiner kürzlich erfolgten Reise selbst erfahren durfte, reicht ein Reiseblog nicht aus, um die Vielfalt und zahlreichen Momente, welche sich mir offenbarten, darzulegen. Daher will ich mich auf einige der fantastischen Highlights konzentrieren, um einen möglichst breiten Eindruck dieses wahrhaftigen Traumziels zu vermitteln.

 

Oahu – Waikiki Beach

Die Zeitverschiebung denkt nicht daran, mir meine gewünschte Portion Schlaf zu gewähren. „Du wolltest nach Hawaii, leb mit den Konsequenzen.“ Also erhebe ich mich zu einer Uhrzeit, die eigentlich den Arbeitstagen daheim vorbehalten ist, aus dem Bett und stelle fest, dass die Sonne sich anbahnt, in Kürze aufzugehen. Mit halb zugekniffenen Augen setze ich mich auf den Balkon und Blicke alsbald auf das ins Morgenlicht tauchende Wasser in der Bucht des weltberühmten Waikiki Beach. Schon nutzen Surfer die ersten Wellen des Tages, während die Sonne hinter den Häusern emporsteigt und den Ozean allmählich Türkis färbt. Wen interessiert die Zeitverschiebung, wenn man mit diesem Anblick in den Tag starten darf?
Für den Vormittag habe ich mir eine Besichtigung der Oldtown (Altstadt) Honolulus vorgenommen. Die einzige echte Großstadt Hawaiis lockt hier unter anderem mit dem einzigen Palast der gesamten USA, welcher im 19. Jahrhundert von König Kamehameha III. zu seiner Residenz gemacht wurde. Ein Spaziergang durch die Altstadt offenbart Gebäudefassaden, die man nach dem trubeligen Waikiki Beach nicht erwarten durfte.

Zurück in Waikiki stürze auch ich mich in das geschäftige Treiben und falle dem Werben der Konsumtempel anheim. Ob Klischee oder nicht, ein Aloha Hemd gehört auf Hawaii dazu und unterstützt die Atmosphäre zu Beginn der Reise perfekt. Neu eingekleidet sitze ich schließlich am Strand und genieße den womöglich köstlichsten Mai Tai meines Lebens. Und die Bar nebenan? Natürlich tanzt dort eine Frau zu hawaiianischen Klängen Hula, während ihr weißes Kleid vom Abendlicht in ein zartes Orange gehüllt wird. Ein toller Abend und ein fantastischer Einstieg für die vor mir liegenden Ziele der kommenden Wochen.

 

Kauai – Napali Küste

Die Hawaiianischen Inseln sind allesamt vulkanischen Ursprungs und Kauai ist die älteste von Ihnen. Ihre Einwohner sagen, dass sie deshalb viel Zeit hatte, um Ihre heutige Schönheit zu erlangen. Und in der Tat erhält Kauai eine ideale Mischung aus Regen und Sonnenschein, weswegen vor allem der nordöstliche Teil der Insel mit dichter Vegetation in allen nur erdenklichen Grünnuancen aufwartet. Dieser Umstand hat der Insel auch den Beinamen „Garteninsel“ eingebracht.

Nur ein Bruchteil Kauais ist für den Autoverkehr erschlossen. Viele Highlights erreicht man auf anderen Wegen, sei es zu Fuß, per Helikopter oder per Boot. Mit letzterem will ich die Napali Küste im Norden entdecken. Es gibt verschiedene Anbieter zu unterschiedlichen Preisen. Im Nachhinein werde ich sagen können, den vermeintlich Besten gefunden zu haben. Per Auto fahre ich zunächst vom Hotel an der Ostküste ins nördliche Hanalei. Bereits die Autofahrt entführt in eine prachtvolle Kulisse und ich möchte am liebsten alle hundert Meter anhalten und die Ausblicke genießen. Aber diszipliniert fahre ich weiter, schließlich muss ich termingerecht am Büro des Touranbieters eintreffen. Von dort geht es per Kleinbus weiter zur Hanaleibucht, wo sich unsere Gruppe wenig später an Bord des Katamarans widerfindet. Was nun in den nächsten 4,5 Stunden folgt, wird allen Vorschusslorbeeren gerecht. Mitten im Pazifik gelegen, treffen die Kräfte des Wassers seit jeher ungebremst auf die Klippen Kauais und haben dadurch eine Küstenlinie geformt, die weltweit ihresgleichen sucht. In Jurassic Park konnte man die Napaliküste bereits auf der Leinwand bestaunen, doch hier erhebt sie sich real vor meinen Augen aus dem Wasser und lässt mich in Ehrfurcht erstarren.  Die Mischung aus Furchen, Farbenspiel, brechenden Wellen und der tollen Crew des Bootes bereiten ein Erlebnis, dass ich mir besser nicht hätte ausmalen können. Als dann auch noch eine Schule Delphine unseren Katamaran begleitet, ist der Bilderbuchtag perfekt.

Nun dürfte wahrlich nicht jeden Tag das Wetter in dieser Form mitspielen, die See so ruhig und die Delphine in Spiellaune sein. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Napaliküste bei jedem Besuch Kauais auf dem Programm stehen sollte.

Hawaii Island – Volcanoes Nationalpark

Nach der ältesten Insel folgt auf meiner Tour die jüngste (und größte) Insel Hawaiis, daher auch der inoffizielle Name „Big Island“. Zeugnisse des noch immer aktiven Vulkanismus sind überall auf der Insel zu sehen. Populärstes Beispiel hierfür ist der Volcanoes Nationalpark. Wenn auch zum Zeitpunkt meines Aufenthalts keine fließende Lava im Park, noch sonst irgendwo auf der Insel zu sehen ist, so erfahre ich bei meinem Besuch doch die Auswirkungen der gigantischen Kräfte, welche die Hawaiianischen Inseln noch immer formen. So blicke ich vom Volcanoe House Hotel auf einen gigantischen Krater, dessen Boden sich kaum erahnen lässt. Schaut man sich Bilder des Kraters aus der Zeit vor der letzten Eruption im Mai 2018 an, erscheint die drastische Veränderung beinahe unwirklich. Wo einst ein befahrbarer, nachts rot glühender Krater existierte, klafft nun ein riesiges Loch in der Erdoberfläche. Die Wanderwege des Nationalparks lassen mich Geologie live miterleben. Was auf den ersten Blick wie Nebelschwaden aussehen mag, entpuppt sich alsbald als Schwefeldämpfe, die aus unzähligen Tunneln nach oben dringen und ihren faulen Geruch in der Luft verbreiten. Wenig später führt mich der Kilauea Iki Trail (wie soll man sich das nur merken?) durch dichten Regenwald etwa 120 Meter tief hinunter zu einem Nebenkrater. Unten angekommen stehe ich auf dem Lavagestein eines gerade mal 60 Jahre alten Erdbodens. Während sich die Hänge des Kraters rings um mich herum erheben, bestaune ich die vielen Pflanzen, die sich allmählich durch die erkaltete, schwarze Lava bohren. Ein bizarres Schauspiel, grüne Farbtupfer auf dunkler Leinwand, welches mir die vernichtende und zugleich schöpferische Kraft der Natur eindrucksvoll vor Augen führt.

 

Maui – Sonnenuntergang auf dem Haleakala

Es ist etwa 15 Uhr, als ich auf die Außentemperaturanzeige im Display meines Mietwagens blicke. Draußen sind es 32 Grad Celsius. Den Vormittag hatte ich mich am Strand und Pool des Hotels entspannt und Wärme getankt, wohl wissend, dass heute ein Ausflug auf den gut 3000 Metern hohen Haleakala ansteht, der einen Großteil der Landmasse Mauis ausmacht.
Während die Vegetation mit zunehmender Höher spärlicher wird, baut sich bei etwa 1500 Metern Höhe eine undurchsichtige Wolkendecke vor mir auf. Diese wird mir doch nicht den erhofften Ausblick verdecken? Dieser sollte schließlich nochmal ein echtes Highlight auf meiner Hawaiireise werden. Einige Minuten später, als die Hoffnung auf freie Sicht zu schwinden anfängt, durchflutet helles Licht die grauweiße Brühe vor mir und wie in einem Flugzeug finde ich mich plötzlich über der Wolkendecke wider, um mich herum eine Marsartige Landschaft rotbraunen Gerölls, einzig durchschnitten vom Asphalt der Straße.
Auf dem Gipfel angekommen blicke ich in einen der größten Krater der Welt und bestaune die surrealen Farben und Erhebungen in seinem Inneren. Gegen 18:15 Uhr warte ich auf den Sonnenuntergang. Die Eltern einiger Kinder um mich herum scheinen die Anweisung ignoriert zu haben, man möge bitte auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und die übrige Wildnis respektieren, sodass ein kurzer Hinweis nötig wird. Dies ändert jedoch nichts an dem Schauspiel, dass sich mir in dem Moment bietet, da die Sonne die unter uns liegende Wolkendecke küsst und ihre Strahlen den Himmel in faszinierenden Gelb- und Rottönen erleuchten.
Eine Stunde später, das letzte Sonnenlicht ist verschwunden, offenbart sich mir, nahezu frei von jedweder Lichtverschmutzung, ein grandioser Sternenhimmel, wie ich ihn bisher bestenfalls im heimischen Planetarium zu Gesicht bekam.
Als ich den Zündschlüssel des Autos wieder umdrehe, zeigt die Temperaturanzeige 6 Grad Celsius an. Mit einer neuen unvergesslichen Erinnerung fahre ich wieder zurück ins Hotel.


Aloha!

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