Unterwegs in Nepal, Bhutan und Indien: die pralle Vielfalt eines Subkontinents

Verfasst von Akira Proske am 01.04.2015

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Hunderte Tauben flattern nahe des Durbar Square von Kathmandu gierig und wild umher, als sie von einem Gläubigen gefüttert werden. Einige Kühe betrachten gelassen kauend das Treiben. Daneben steigt Weihrauch an einem Hinduheiligtum auf.

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Im Dzong von Punakha höre ich die Mönche das Mantra „Om mani padma hum“ rezitieren. Die meisten Mönche sind dabei hochkonzentriert, manche schlafen allerdings und so manche junge blödeln gar herum. Sie müssen aber auf der Hut sein, ein höherrangiger Mönch schlendert mit einer Rute durch die Reihen, um im Notfall die Konzentration wieder einzufordern. Dann erklingen Bläser und Glocken, Trommeln bestimmen den Rhythmus und der Ranghöchste führt das Hauptgebet an.


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Rund um das Char Minar, das Wahrzeichen Hyderabads mit seinen vier Minaretten, herrscht geschäftiges Treiben auf dem Basar. Der Muezzin ruft zum Abendgebet und die Gläubigen folgen. Die Damen, gekleidet mit schwarzen Gewändern, die alles außer den Augen bedecken, bleiben außen vor.

 

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Verschiedene Welten in einem Subkontinent.


Mir fällt die Bauwut in allen Ländern auf. Straßen werden verbreitert und ausgebessert. In Kathmandu entstehen moderne mehrstöckige Wohnkomplexe, in Thimphu schießen die Hotels aus dem Boden. Freilich: egal, wie viel Glas auch verwendet wird, am Ende sieht jedes Haus typisch bhutanisch aus. Das ist die Vorgabe. Die Regel betrifft sogar den Flughafen. Wahrscheinlich ist der Flughafen von Paro der schönste der Welt, mit seinem reich verzierten Gebäude und den malerischen 7000ern im Hintergrund.
In Hyderabad und Chennai werden unter Hochdruck die Metrolinien gebaut, die zumindest helfen sollen, den wahnsinnigen Verkehr der Millionenmetropolen in den Griff zu bekommen.


Apropos Verkehr: in Thimphu wurden die Ampeln wieder abgeschafft. Die Bhutaner haben schlichtweg nicht verstanden, was die Ampeln zu bedeuten haben. Nun steht wieder ein Mann auf der einzigen Kreuzung der Hauptstadt und gestikuliert herum. Ob das nun was bringt oder nicht…

 

Auch in Kathmandu soll ein Verkehrspolizist die großen Kreuzungen regeln. Natürlich ist er zum Scheitern verurteilt. Bei der Masse von Autos wird er schlicht übersehen, seine Pfeife hört kaum jemand, Auffahrunfälle sind an der Tagesordnung. Unser Guide verrät uns, dass man in Nepals Straßenverkehr drei Dringe braucht: „good horn“, „good brake“, „good luck“.

 

Etwas Glück brauchte ich auch, um meinen Guide am Bahnhof von Chennai zu finden. Hier geben sich viele als „mein Fahrer“ aus und ich fühle mich etwas beklemmt ob der riesigen Menschenmassen.
Der Schnellzug und der Bahnhof zeigen auch die ganze Fülle der indischen Gesellschaft. In der zweiten Klasse quetschen sich die einfachen Menschen ohne Klimaanlage, in der ersten Klasse die stark wachsende Mittelklasse. Ich komme mit einem 53-jährigen Ingenieur aus Chennai ins Gespräch. Er ist stolz auf seine beiden Töchter. Eine arbeitet in der IT-Branche in Bangalore, eine studiert in Chennai und will auch Ingenieurin werden. Seine größte Sorge sind die Hochzeiten der beiden. Der Brauch gibt vor, dass die Eltern der Braut die Hochzeit bezahlen. Er hält sich daher seit mehreren Jahren an einen strengen Sparplan.

 

Auf dem Land herrschen dagegen ganz andere Sorgen. In Guntur bin ich Gast von CARDS, einer Organisation, die sich um das Schicksal der Dalits kümmert, der Kaste der Unberührbaren. In den letzten 35 Jahren sind auch dank Spenden aus Deutschland zahlreiche Einrichtungen entstanden, die vor allen Dingen den Dalits zum einen bessere Bildung, aber auch medizinische Versorgung ermöglichen sollen. Die Einzelschicksale in einem Wohnheim für Mädchen sind schlichtweg erschütternd. Tod der Eltern, Vergewaltigungen, manche wurden einfach verstoßen, weil sie Mädchen sind. Ich bin sehr froh, dass GEOPLAN hier auch seinen bescheidenen Beitrag dazu leistet, dass die Mädchen nun in besseren Umständen aufwachsen können.

 

In Bhutan geht es der Gesellschaft insgesamt erheblich besser. Ihnen wird schließlich von oben eine Menge "Happiness" verabreicht. Das spürt man allerorts, auch wirken die Bhutaner insgesamt sehr gebildet. Jeder spricht hier vorzügliches Englisch.
Die größte Prise Happiness bekam ich beim Aufstieg zum Tigernest. Die Natur und die Ausblicke während der Wanderung sind einfach nur toll. Oben angekommen wurde ich auch noch gesegnet. Was will ich mehr?


Vielleicht bald wieder auf diesen Subkontinent voller Vielfalt und Wunder.

 

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