Reisebericht: Armenien – stolz, sehnsüchtig & schön!

Verfasst von Akira Proske am 24.11.2017

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Blog Armenien
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Zentral habe ich mein Hotel gewählt. Im Herzen der Stadt Jerewan, am Platz der Republik. Umrahmt von den aus Tuffsteinen gebauten mächtigen Gebäuden der Regierung, des Marriott Hotels sowie des Historischen Museums. Abends finden am Brunnen vor dem Museum beleuchtete Wasserspiele statt. Dazu erklingt die musikalische Liebeserklärung eines Sängers auf seine Heimatstadt.


Es gibt unzählige Hymnen auf diese Stadt. Die Menschen lieben Ihr Jerewan, wie sie auch ihr Land, ihre Kultur, ihre Identität lieben. Die Armenier sind stolz darauf, ihre Unabhängigkeit zu leben. Ihr Land ist klein, aber sie sind damit zufrieden. Weil sie endlich frei sind. Sie sind damit so wohltuend demütig, dass es einfach nur schön ist, in ihrem Land Gast zu sein. 1700 Jahre, viele davon in Unterdrückung und Unfreiheit, haben sie von Generation zu Generation Armenien weitergegeben und freuen sich jedem etwas davon abzugeben. Jeder Taxifahrer, jeder Wärter, jeder Guide, jeder lebt dieses Land und sie nehmen bildlich gesprochen jeden in den Arm, der sie besucht.

 

Hayastan“ nennen sie ihr Land und wo könnte ich eine Reise in Armenien besser beginnen als bei der „Mayr Hayastan“ – wörtlich übersetzt heißt das Monument „Mutter Armenien“. Stalin, der hier einst die Stelle in Stein gemeißelt bewohnte, ist längst Vergangenheit, die Sowjetunion Geschichte. Heute wacht also die „Mutter“ über die Stadt, die so erfrischend grün ist ob der vielen Parks und so jung ist wegen der vielen Universitäten, Künstler und Studenten.


Und gegenüber erblicke ich, erhaben über der Stadt, wie über dem ganzen Land, den Ararat. Das ist der heiligste Berg des Landes - der Legende nach soll nach der Sintflut hier die Arche Noah gestrandet sein. Er ist das Nationalsymbol. Es gibt jedoch einen ganz großen Haken. Der Berg, so armenisch er in seiner Identität zu sein scheint, er liegt im Staatsgebiet der Türkei. Und die Grenze zwischen den Ländern ist geschlossen. Freundschaft mit der Türkei, das scheint im Moment so ausgeschlossen zu sein wie die Wiedervereinigung zwischen Nord- und Südkorea. Zu tief sitzt der Schmerz über die Gewalt, die Vertreibung, die Unterdrückung mit ihrem Höhepunkt im – ich nenne es beim Namen – ersten Holocaust des 20. Jahrhunderts. Das Genozidmuseum erinnert mahnend daran, das nicht zu vergessen. Meine Reiseleiterin, die bestimmt schon Hunderte Male hier war, begegnet mir mit Tränen in den Augen. Nicht ein Armenier, der in seiner Verwandtschaft keine Opfer zu beklagen hat.


Und so ist der Ararat auch ein Sehnsuchtsort, ein Berg der Liebe, Freiheit und Hoffnung. Dazu wirkt er zusammen mit dem armenischen im Vordergrund, mit der zerklüfteten Landschaft wie ein unwirkliches Gemälde. Die Kulisse ist so schön! Mit meinem Gastgeber rede ich über meine Liebe zu diesem Berg. Die Augen leuchten bei meinem Gegenüber. Der Vergleich mit dem Fuji, dem Symbol Japans, ehrt ihn sehr und wir fühlen uns so vereint in der Verehrung der heiligen Berge.


Heilig, das ist so vieles in Armenien. Zu allererst alles Christliche, die Klöster, die Kreuzsteine, die Orte, an denen die Klöster und Kirchen entstanden sind. Ohne Überheblichkeit bekomme ich immer wieder gesagt, dass Armenien das Land ist mit der längsten christlichen Tradition. Seit 301 ist das Christentum Staatsreligion. Der heiligste aller Orte in Armenien ist der Ort Etschmiadsin mit der Kathedrale im Mittelpunkt. Es ist das religiöse Zentrum des Landes. Ein Muss ist es, die heilige Messe am Sonntag zu besuchen. Die Armenische Kirche ist eine singend betende Kirche. Der heilige Gesang der Männer berührt mich, weil ich die tiefe, reine Widmung darin spüre.

 

Zurück in Jerewan schaue ich den Menschen beim Schachspiel zu. Ich probiere erst gar nicht gegen einen Armenier im Schach anzutreten- jeder kann es hier – es ist ein eigenes Schulfach. Oberflächlich ist nichts in Armenien – das macht das Land und seine Menschen so unverwechselbar. Ich bin tief beeindruckt von einem Land, das so unscheinbar im Kaukasus liegt. Kein Reisender wird enttäuscht aus diesem Land zurückkehren. So viel steht für mich fest.

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